|
Diese Namen entstanden dadurch, dass im
Mittelalter das Geld in einer handfesten
Geld- katze oder im Lederbeutel um den Leib geschnallt
wurde. Der Diebstahl des Geldes war also nur durch Gewalt
oder heimliches Abschneiden möglich. Da seit diesem
Zeitpunkt Menschen ständig Geld oder Wertsachen in ihren
Taschen mit sich tragen, ist der Beruf des Taschendiebes
seitdem nicht ausgestorben und findet auch heute noch
Anhänger.
Allerdings wurden Taschendiebe zur damaligen
Zeit deutlich härter bestraft als heute: Der Delinquent
wurde gehängt, ertränkt, gerädert, gevierteilt oder auf den
Scheiterhaufen gebracht, nachdem man ihm bei lebendigem
Leibe das Herz herausgeschnitten hatte.
Heutzutage sind für Taschendiebe andere
Strafen angepasster: Je nach Schwere der Tat erscheinen
Geldstrafe oder Freiheitsstrafe ebenso als ausreichend.
Taschendiebe strahlen auf mich eine gewisse
Faszination aus, da sie nur mit Hilfe ihrer Fingerfertigkeit
Wertsachen des Opfers entwenden. Der Vorgang des Stehlens
muss so vorsichtig und heimlich geschehen, dass das Opfer
von dem Ganzen nichts bemerkt. Am besten soll die bestohlene
Person glauben, sie hätte den Gegenstand verloren, so dass
der Taschendieb keine Angst haben muss, entdeckt zu werden.
Trotz der Faszination, die vom Taschendieb ausgeht, soll
diese Straftat von mir nicht verharmlost werden.
Statistisch gesehen spielt der
Taschendiebstahl eine nicht so entscheidende Rolle.
Auffällig ist jedoch die geringe Aufklärungsquote des
Taschendiebstahls. Diese ist ein Zeichen für die
professionelle Arbeitsweise der Taschendiebe. Sie benutzen
ein vielfältiges Repertoire an Tricks, mit deren Hilfe sie
den Opfern „das Geld aus der Tasche ziehen“.
Für die Polizei ist es sehr schwierig, die
geschickt organisiert agierenden Taschendiebe zu fassen.
Häufig können nur verdeckt operierende Fahnder Erfolge
vorzeigen, da jeder uniformierte Polizeibeamte durch seine
Kleidung sofort auffällt und von den Taschendieben erkannt
wird.
In meiner Arbeit werde ich das Delikt des
Taschendiebstahls transparent darstellen. Sowohl der Täter
mit seinen Eigenschaften und Vorgehensweisen, als auch das
Opfer mitsamt dem Stehlgut werden beschrieben. Außerdem
werde ich Statistiken über den Taschendiebstahl auswerten
und eine rechtliche Einordnung vornehmen. Es sollen auch
Präventionsmaßnahmen der Polizeibehörden aufgezeigt werden,
die zur Eindämmung des Taschendiebstahls entwickelt wurden
und wenn möglich, werde ich
Taschendiebstahl-Präventionsmöglichkeiten speziell für die
Hansestadt Bremen aufzeigen.
|