|
|
| |
Geschichte Taschendiebstahl |
aktualisiert am 24.
Januar 2008 |
.
|
|
|
|
Geschichte Taschendiebstahl - Taschendiebe der alten Zunft
- |
|
|
|
|
| |
Hier möchte ich Sie zu einem Streifzug durch die Geschichte des
Taschendiebstahls einladen, und Ihnen den Taschendieb im
Wandel der Zeit Näher bringen. |
|
|
|
|
| |
Entgegen vieler Meinungen ist das „Handwerk“ des
Taschendiebstahls ein uraltes Gewerbe, das ihre Wurzel,
laut Literatur, im frühen Mittelalter zu finden scheint.
Nur spärlich sind Berichte über die alte Zunft der
Taschendiebe aufzufinden, die sich mit der Zunft der
Taschendiebe befassen. Die ersten Quellen, die man als
Anfänge des Taschendiebstahls bezeichnen kann, findet man
in alten Überlieferungen, Sagen und Zeichnungen.
Nach langwieriger Recherchen konnte man feststellen, dass
die ersten Taschendiebe im 13. / 14. Jahrhundert ihre
Erwähnung fanden, als vermehrt von Taschendieben berichtet
wurde. Der Ursprung der heutigen Taschendiebe liegt also
schon viele Jahrhunderte zurück und entstand aus der
Gruppe der Straßenräuber. Der Taschendieb kann also als
Spezialist unter den Straßenräubern bezeichnet werden, der
sich immer mehr von seinem Ursprung entfernte.

Der Taschendieb alter Schule genießt unter den Ganoven der
Vergangenheit durchaus eine Sonderstellung. Nie würde er
in Versuchung kommen in abgehängte Mäntel bzw. Jacken
seiner Opfer zu wühlen, oder Straftaten eines anderen
Delikt zu begehen. Der Diebstahl ausgelegter Waren
in Kaufhäusern, oder das plumpe stehlen ganzer Taschen
brachten ihn nie in die Verlegenheit zuzugreifen. Es
erschien ihm zu einfach und zu plump, sodass der
Taschendieb der alten Generation als sehr deliktstreu zu
bezeichnen ist.
Der Taschendieb der alten Zunft lebte vom Kontakt zum
lebendigen Menschen, obwohl dieser als sehr einseitig zu
betrachten ist. Er brauchte den gewissen Reiz und
Anspannung, um seine Beutezüge durch die Taschen seiner
Opfer durchzuführen. Das Risiko einen lebendigen Menschen
durch seine spielerische Art, List und Tücke zu bestehlen
machten ihn zu einem Spezialisten. Er kann durchaus als
Meister des Einfühlungsvermögens bezeichnet werden. Das
Zusammenspiel seiner sinnlichen Erfassung, rascher
Willensaktivierung und guter Auffassungsgabe ermöglichte
ihm die Zielgerichtete Annäherung an sein ausgewähltes
Opfer, das er mit seiner Fingerfertigkeit, Sanftheit und
Behutsamkeit heimsuchte, um sich an den Taschen seiner
Opfer zu bereichern.
Oberstes Gebot für den Taschendieb alter Schule war die
Gewaltlosigkeit und die Heimlichkeit. Als unwürdig
erschien ihm auch die Ausnutzung einer misslichen Lage,
Behinderung oder Gebrechlichkeit eines Menschen, sodass
Menschen dieser Gattung selten zu seinen Opfern zählten.
Der Taschendieb alter Schule galt als Durchschnittsmensch,
der sich unauffällig inmitten seiner Mitmenschen bewegte.
Durch sein Verhalten und angepasster Kleidung zum Tatort,
gelang es ihm seine Anonymität zu wahren. Seine
phänomenale Hand- und Fingerfertigkeit, sowie seine
exzellente Auffassungsgabe und Menschenkenntnis machten
ihn zu einem Dieb der ganz besonderen Art.
Im Gegensatz zum Straßenräuber bestiehlt der Taschendieb
seine Opfer mit seinen spezifischen Waffen, der…
|
|
|
|
Ø |
Geschicklichkeit |
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Ø |
Fingerfertigkeit |
|
|
|
|
|
|
|
|
Ø |
Menschenkenntnis |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Sein besonderes Kennzeichen ist die Heimlichkeit und List,
mit der er seine Opfer um ihr Vermögen bringt. Da der
Taschendieb meist nur kleinere Summen erbeutet, begeht er
serienmäßig Diebstähle seiner ganz besonderen Art und
führt dabei seinen Beutezug durch die Taschen seiner Opfer
mit großen Eifer fort. Aufgrund der niedrigen
Aufklärungsquote ist festzustellen, dass der Taschendieb
nur sehr schwer der Gerichtsbarkeit zuzuführen ist. Diese
Tatsache lässt den Rückschluss zu, dass die
Rückfälligkeitsquote im Gegensatz zu anderen Ganoven um
ein vielfaches höher liegt.
Der Begriff des Taschendiebes ist ein Relikt aus der
Neuzeit. Wenn man vom Taschendieb der alten Zunft spricht,
findet man in der Literatur häufig Begriffe, wie:
Alte
Bezeichnungen der Taschendiebe
|
Beutelschneider: |
|
|
Begriff stammt aus dem
Mittelalter, damals trug man sein Lohn in einem Lederbeutel um den Leib
geschnallt. Nur durch abschneiden war es möglich an das Habe des Opfers zu
kommen.
Torfdrucker:
Der
Begriff des Torfdruckers stammt aus der Gaunersprache und bezieht Diebstähle
die überraschend durchgeführt worden sind. Vor allem Taschendiebe finden in
diesem Zusammenhang ihre Erwähnung. Das Wort drucken [wegnehmen, stehlen]
kommt in der Gaunersprache nicht alleine vor, sondern ausschließlich im
Zusammenhang mit dem Wort Torf [Beutel, drucken]. Der niederdeutsche Begriff
ist eine Ableitung für Beutelzieher oder Beutelschneider. Tordrucken ist der
rasche und heimliche Diebstahl |
 |
|
von
Gegenständen die das Opfer unmittelbar am Körper
trägt, oder aus mitgeführten Gegenständen. |
|
|
|
|
Chailefzieher:
Aufgrund
der besonderen Fingerfertigkeit wurden die
Taschendiebe der alten Zunft auch Chailefzieher oder
Cheilefzieher genannt. Chailef, chelef bedeutet =
Fett, Talg oder umgangssprachlich Geld. |
|
|
|
Seifensieder:
Der Begriff stammt aus der österreichischen
Sprache und fand um 1850 seine erste Erwähnung. Bei dem Begriff der
Seifensieder handelt es sich um eine schlechte Übersetzung des Begriffes
Chailefzieher oder auch Cheilefzieher. Beide Schreibweisen findet man in der
gängigen Literatur. |
|
|
|
Paddendrücker:
Aus der Berliner Umgangssprache ist
der Taschendieb auch als Paddendrücker bekannt. Der
Begriff leitet sich von der Padde [Geldbörse] ab. Der
niederdeutsche Begriff bedeutet auch Kröte,
Schildkröte. Die Begriffe Plattmulije [Brieftasche]
und Pich [nicht umschlossenes oder lose mitgeführtes
Bargeld] werden in Zusammenhang mit der Padde
[Geldbörse] genannt. |
|
|
|
Zefirgänger:
Der Zefirgänger ist eine Abwandlung
des Taschendiebs. Der Begriff wird mit Tätern in
Zusammenhang gebracht, die dem schlafenden Opfer die
Geldbörse aus der abgelegten Kleidung entwendet. Der
Zefirgänger stiehlt hier mit seiner Heimlichkeit unter
Ausnutzung der geistigen Abwesenheit des Opfers. Man
kann den Zefirgänger mit dem Schlafwagentäter der
heutigen Zeit vergleichen. Als Schlafwagentäter wird
der Personenkreis der Taschendiebe bezeichnet, die
ihre Taten in Fernreisezügen begehen, und dabei den
Schlaf der Reisenden ausnutzen, um ihre Diebstähle zu
begehen |
|
|
Kiesler:
Der Begriff Kiesler leitet
sich aus dem Wort Kies [Geld] ab. Kies wird auch in
der heutigen Umgangssprache mit dem Begriff Geld
übersetzt. Das Wort wurde frei übersetzt und als
Umgang für Taschendiebe verwendet.
|
|
Taschendiebe in der Vergangenheit
Überführte Taschendiebe im 12. bis 14 Jahrhundert
wurden nicht weniger hart bestraft, wie andere Ganoven
seiner Zeit. Taschendiebe erfuhren ihre Strafe durch
Ertrinken, Verbrennung auf dem Scheiterhaufen,
Abhacken einzelner Finger oder sogar ganzer Hände
oder durch öffentliches Erhängen. Gerade das Erhängen
auf öffentlichen Plätzen zog viele Schaulustige an,
was seine Artgenossen ausnutzten um sich der Habschaft
der Schaulustigen widerrechtlich anzueignen.
Im 16. Jahrhundert wurde erstmals von Diebesschulen
berichtet, die vor allem in London, Sevilla, Prag,
Warschau, Rom, Madrid und New-York, durch die
Polizeiorganisationen festgestellt worden sind. Die
heutigen Erkenntnisse sprechen dafür, dass derartige
Einrichtungen immer noch Bestehen (siehe
Zeitungsberichte). Die meist jungen
Taschendieb-Lehrlinge wurden an so genannten
„Klingelpuppen“ ausgebildet bevor sie dann in
bestimmte Reviere zum stehlen geschickt wurden.
Die hohe Anzahl von festgestellten Diebesschulen lässt
vermuten, dass viele weitere Schulen im Untergrund
organisiert blieben, und somit junge „Meister“ ihres
Fachs hervorbrachten, sodass das 17. Jahrhundert nicht
ohne Grund als, Blütezeit der Taschendiebe anzusehen
ist.
Den Taschendiebstahls-Schülern wurde gelehrt, wie man
unbemerkt mit dem so genannten „Scherengriff“
Seidentücher, Tabakdosen, goldene Schärpen, wertvolle
Taschenuhren und Geldbörsen entwendet.
|
|
Zur damaligen Zeit gab es viele gute Taschendiebe, die einen
Sonderstatus unter ihren Artgenossen inne hatten.
Durch ihre besondere Gabe wurden sie berühmt und meist
sogar zu Legenden, deren Namen man nie vergessen wird.
Berühmtheit heißt aber nicht, nie gefasst oder
verurteilt worden zu sein, sondern die Versessenheit
und Unbelehrbarkeit Taschendiebstähle auszuüben. |
|
|
|
|
John Dawson: |
|
|
|
John Dawson war Amerikaner, der aufgrund seiner
Seekrankheit nie sein Land verlassen hat. Überwiegend
bestahl er seine Opfer auf den Märkten rund um
Illinois. Dort entwendete er die Geldbeutel seiner
Opfer. Getreu dem Brauch der alten Zunft, entleerte er
die Beutel und veranlasste die Abholung seiner
Beute, aber nicht ohne seine Visitenkarte beizulegen. |
|
|
|
|
Mimi Lepreuil: |
|
Unter den aktiven tireurs (Zieher) war Mimi Lepreuil
einer der bekanntesten in Frankreich. Er war einer
der Wenigen, die nie rechtskräftig verurteilt worden
ist. Die Zeitgenossen seiner Zunft verliehen ihn den
Ehrentitel "la main d`or" ( die Hand ). |
|
|
|
|
Lady Finger: |
|
|
|
Lady Finger hielt sich ausschließlich im Kreise der
Wohlhabenden auf, die sie am New Yorker Broadway
durch anrempeln bestahl. Ihre Kleidung und ihr
Benehmen waren stets der Örtlichkeit angepasst. Sie
zog die Blicke der Männer auf sich, sodass ein Mann
nie hinter den wahren Grund der körperlichen Berührung
gekommen ist. |
|
|
|
|
Elizabeth West: |
|
|
|
Auch genannt "die Künstlerin", erleichterte Elizabeth
West ohne Hilfsmittel ihre Opfer um ihre Geldbörsen.
Ihr Betätigungsfeld waren die Theater in und um
London. Obwohl sie ca. 25 Mal von der Polizei gefasst
wurde, erlangte sie große Berühmtheit unter den
Taschendieben. Während ihrer letzten Haft wurde ihr
der Buchstabe "T" wie "thief" in den Daumen
gebrannt. Zwei Wochen vor Beendigung ihrer Haftstrafe
starb sie an "Kerkerfieber". |
|
|
|
|
The Mail-Man: |
|
|
|
The Mail-Man war einer der sanften Taschendiebe. Als
hilfsbereiter Schuhputzer bestahl er seine Kundschaft.
Bevor er in den Taschen der New Yorker
wühlte, verbrachte er seine Lehrjahre in
Indianapolis. In einem Jahr brachte er es auf die
stolze Summe von ca. 80.000 US Dollar. Nachdem er
sämtliches Bargeld an sich gebracht hatte, verbrachte
er die entleerten Geldbörsen zum nächsten
Briefkasten, wodurch er auch seinen Namen erhielt. |
|
|
|
|
Barrington, George (1755 - †1804)
download
Dokument |
|
|
|
|
 |
George Barrington wurde im Oktober 1755 in
Irland als Waldron (Familienname) geboren. Der
Silberschmied Henry Waldron und seine Mutter Naish
brachten ihn in der Nähe von Dublin zur Welt. In
seinen jungen Jahren soll er mehrere
Berufsausbildungen erlernt haben. Um sein
Medizinstudium absolvieren zu können, reiste G.
Barrington als 18-jähriger Mann nach
London/Großbritannien. "Sir" Barrington erhielt
nicht zuletzt aufgrund seines guten Benehmens und
der eleganten Kleidung Einzug in die obere
Gesellschaft Londons, die ihn als einen der Ihren
im Kreise der Wohlhabenden aufnahmen. Ob G.
Barrington schon damals |
|
nach einem raffinierten Plan gehandelt hat
bleibt bloß zu vermuten. Statt sich der Medizin zu
widmen lehrte er die Taschen der hohen
Gesellschaft. Wann er den Entschluss gefasst hat
ein Taschendieb zu werden ist nicht geklärt. In
den Folgejahren ließ er seine Finger in den
Taschen und Anzügen der britischen Gesellschaft
spielen.
|
Dank seiner selbst angefertigten
Hilfsmittel nahm er eine Sonderstellung unter
seinen Artgenossen ein. Zum Leidwesen der
Wohlhabenden in London, Edinburgh und Dublin
perfektionierte er seine "Diebstahlkunst".
Doch diese Werkzeuge waren es auch, die G.
Barrington als Taschendieb überführten.
Seine Diebeszüge führte er
hauptsächlich bei
Pferderennen, Theaterbesuchen
|
 |
|
und sogar bei Staatsempfängen durch. Nicht
zuletzt seine Hilfsmittel hat George
Barrington seinen Spitznamen zu verdanken.
Seine Artgenossen der heimlichen Zunft nannten
ihn ehrenvoll "Price of Pickpocket" (König der
Taschendiebe). Der Höhepunkt seiner "Kariere"
war zweifelsohne der Diebstahl eines Juwels
(£30.000), den er Gregory Orloff (Freund von
Katarina die Große) heimlich von der Kleidung
entnahm. Im Januar 1777 wurde er zu einer
3-jährigen Strafarbeit bei der Wollwich -
Schiffsfabrik verurteilt, die er jedoch schon
nach einem Jahr verlassen durfte. Doch G.
Barrington konnte sein Tun nicht lassen.
Barrington konnte keine Arbeit finden und
beging wieder Taschendiebstähle. Nach nur 5
Monaten stand George Barrington erneut vor
Gericht und wurde zu einer 5-jährigen
Haftstrafe verurteilt. Während seiner zweiten
Gefangenschaft wurde sein Gesundheitszustand
immer schlechter. Im Jahr 1779 versuchte sich
George Barrington das für in elendige Leben zu
nehmen. Er stach mit einem Messer eine tiefe
Wunde in seinen Körper, aber der Versuch
scheiterte. Nach vier Jahren wurde er unter
der Bedingung begnadigt, dass er zurück nach
Irland gehen sollte und nie den Weg zurück
finden soll. George Barrington ging also
zurück in seine Heimat, aber sein schlechter
Ruf war ihm schon vorausgeeilt, sodass er 1783
wieder nach London reiste. Vor dem Richter
flehte er um Gnade. Der Richter hatte Mitleid
und erlaubte ihm in London zu bleiben, wenn er
hilfreich dienen würde. In den kommenden
Jahren war er als Taschendieb in
Großbritannien unterwegs und entledigte mit
seiner fast eleganten Fingerfertigkeit die
Taschen der gehobenen Gesellschaft. George
Barrington wurde im September 1790 von der
Polizei verhaftet nachdem er die Uhr eines
Mannes gestohlen hatte. George Barrington
wurde zu sieben Jahre in Australien, der
ehemaligen Strafgefangenenkolonie, verurteilt.
Seine letzte legendäre Vorstellung gab er im
Gerichtssaal Old Bailey. Seine 25-minütige
Verteidigungsrede verhinderte jedoch nicht die
Verbannung nach Australien. Er gehörte zu den
160.000 Kriminellen, die bis 1851 dorthin
geschafft wurden, und so erlangte dieser
Erdteil den Beinamen "Kontinent der
Taschendiebe." Die mehrmonatige Überfahrt nach
Sydney/Australien dauerte bis August 1791.
Während der Überfahrt nach Australien soll er
eine Rebellion der Gefangenen unterdrückt,
oder zumindest dazu beigetragen haben diesen
entscheidend zu verhindern. Seine Tat wurde
von den dortigen Behörden mit wohlwollen zur
Kenntnis genommen und im Mai 1792 wird er
Leitender Polizist von Parramatta. George
Barrington trat im Laufe seines Lebens nie
wieder in Zusammenhang mit Taschendiebstählen
auf, oder besser ausgedrückt - er wurde nie
wieder von der Polizei gefasst. Am 27.
Dezember 1804 starb George Barrington in
Australien. Erzählungen belegen, dass er an
Geisteskrankheit und fortschreitender
Krankheit gestorben ist.
Nicht ganz geklärt ist, ob Waldron, alias
George Barrington, alias "Price of Pickpocket"
Auto zweier Bücher, "A Voyage to New South
Wales" (1795) und "The History of New
South Wales" (1802).
| |
 |
|
|
Lebenslauf von G. Barrington:
|
|
Oktober 1755: |
George Barrington wird im Oktober 1755 als
Waldron in Dublin geboren |
|
|
|
|
1755-1773: |
Er durchläuft mehrere Ausbildungen |
|
|
|
|
1773: |
Mit 18 Jahren reist er nach London um Medizin zu studieren |
|
|
|
|
1773-1777:
|
George erlernt das "Handwerk" des
Taschendiebs und fertigt Hilfsmittel zum
Diebstahl an. In bestiehlt die gehobenen
Gesellschaft Englands |
|
|
|
|
Januar 1777:
|
Im Januar wird er wird zu 3 Jahren
Zwangsarbeit in Wollwich verurteilt |
|
|
|
|
1778: |
Nach nur 1 Jahr wird er vorzeitig entlassen |
|
|
|
|
1779: |
Er wird wegen Taschendiebstahl zu 5 Jahren Haft verurteilt |
|
|
|
|
1779: |
Gescheiterter Selbstmordversuch von George Barrington |
|
|
|
|
1783:
|
Nach 4 Jahren Haft wird er begnadigt und
muss zurück nach Irland reisen |
|
|
|
|
1783: |
Er reist zurück nach London da ihn in Irland der Tot droht |
|
|
|
|
1784-1790:
|
Die Strafen halten ihn jedoch nicht davon
ab weitere Taten in London, Edinburgh und
Dublin zu begehen |
|
|
|
|
September 1790: |
Er wird zu einer 7-jährigen Haftstrafe in Australien verurteilt |
|
|
|
|
September 1790-
August 1791: |
Schiffüberfahrt zur Strafgefangenenkolonie
Australien. Er soll eine Rebellion der
Gefangenen verhindert haben |
|
|
|
|
August 1791: |
George Barrington kommt in der Stadt Sydney/Australien an |
|
|
|
|
Mai 1792: |
Er wird zum Leitenden Polizist erklärt |
|
|
|
|
1795:
|
Er soll das Buch "A Voyage to New South
Wales" geschrieben haben |
|
|
|
|
1802:
|
Er soll das Buch "The
History of New South Wales"
geschrieben haben |
|
|
|
|
27.Dezember 1804:
|
Waldron, alias George Barrington, alias
"Price of Pickpocket" stirbt im Alter von 49
in Folge einer Krankheit |
|
|
|
|
Die Hände der
"alten Zunft" |
|
|
Die Taschendiebe der alten Garde waren
überwiegend Einzelgänger, die aufgrund ihrer
Berufsehrein den seltensten Fällen zu Hilfsmitteln,
wie scharfe Klingen oder kleine Messer, griffen.
Der Taschendieb der alten Zeit arbeitete
ausschließlich mit den Händen, oder besser
gesagt mit zwei geschickten Fingern. In
Fachkreisen ist der Begriff „Schere machen“,
wie ein Krebs weit verbreitet. Weshalb man sie
auch Taschenkrebse oder Scherenmacher nannte.
Beim „Schere machen“ bewegt man Zeige - und
Mittelfinger seitlich voneinander und führt sie
wie die Schneiden einer Schere zusammen. Das
wertvollste Kapital eines Taschendiebs sind seine
Hände. Die Aufgabe der Hände besteht darin in die
Taschen seiner Freier mit einer gewissen
Leichtigkeit und völlig unverkrampft
Hineinzugleiten. Aufgrund seiner Zweifingerkunst
achtet er penibel auf die Pflege seiner
pianistenähnlichen Hände. Nie würde er schwere
Arbeit mit seinen Händen verrichten. Oft trägt er
außerhalb seiner Arbeitszeit Handschuhe, um
seine feinfühligen, geschmeidigen und Wohlgepflegten
schmalen Hände nicht zu beschmutzen. |
|
|
|
Die
Bildungsstätten der Taschendiebe |
 |
|
 |
Die ersten Diebesschulen, zur Ausbildung der
Taschendiebe, fanden ihre Erwähnung im Jahre 1585.
Dabei handelte es sich um die Londoner Diebesschule
von Mister Wotton`s, die sich an einer angrenzenden
Gaststätte befand. Den meist jungen Knaben wurde
der heimliche Diebstahl an so genannten
Klingelpuppen gelehrt. Klingelpuppen war zu dieser
Zeit wohl noch ein irrtümlicher Begriff. Die
früheren Klingelpuppen bestanden aus
Kleiderbügeln, an der Kleidung, wie Hose und
Mantel befestigt waren. Die sog. Puppe hing frei
schwebend an einer Wäscheleine mitten im Raum.
Zudem waren die sog. Puppen mit vielen kleinen
Glöckchen versehen. Die jungen Knaben mussten ohne
jegliches läuten der Klingeln die Taschen der sog.
Puppen entleeren. Erst nach Bestandener Prüfung
durften die zukünftigen Meister des
Diebstahls die |
|
Diebesschule verlassen, und ihre erlernte Kunst am
lebenden Körper anwenden. Schon damals waren die
Reviere der jungen Taschendiebe abgesteckt, denn jeder
Taschendieb erhielt vom "Meister" einen zugewiesenen
Bereich, wo er seine Opfer bestehlen durfte. In der
damaligen Blütezeit der Taschendiebe gab es fast in
jedem Land mehrere Diebesschulen. In den Erzählungen
bzw. Zeitungsberichten der damaligen Zeit wurden
Diebesschulen in Paris, New York, Madrid, Mexiko City, Valladoid, Bogota, Neapel, Sevilla, Warschau, Rom und
Lemberg genannt, die einen guten Ruf unter der
Taschendieben genossen. |
|
|
Deutschlands bekannteste Taschendiebin
 |
 |
Hedwig Succow, geschiedene Thiele, geborene Wehr.
Geboren am 4.11.1916 in Hannover. Geldbörsen aller
Art hatten für die blonde Hedwig eine
unwiderstehliche Anziehungskraft. Auf dem
Wochenmarkt oder in Kaufhäusern galt sie als
Schrecken aller Hausfrauen. Sie zählt zu den
bekanntesten Taschendieben Deutschland. Doch
Hedwig hatte nicht viel Glück. Sie wurde viele
Male nach einem Taschendiebstahl festgenommen und
verhaftet. Auch wenn Hedwig wahrscheinlich nicht
die Beste ihres Faches war, erlangte sie gerade
deshalb einen hohen Bekanntheitsgrad...
Sonderseite Deutschlands bekannteste Taschendiebin
>>> |
|
|
 |
|
|
Quellenangaben:
Alexander Adrion, Taschendiebe, der
heimlichen Zunft auf die Finger geschaut. Schriftenreihe Taschendiebe 1962.Internethomepage
physiologus.de.
Sammlung
eigener urheberrechtlich geschützter
Schriftstücke, Werke und Bilder. Hierbei handelt es sich um eine persönliche
und geistige Schöpfung gem. UrhG. Eine Vervielfältigung oder
Veröffentlichung für nicht private Zwecke ist nur
mit der ausdrücklichen Genehmigung des Verfassers
(Körperschaft) möglich!
|
|
|
|
|
|
|
|
|