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Geschichte Taschendiebstahl

aktualisiert am 24. Januar 2008

      .                                                                                       

 

Index Taschendiebstahl

 

 

 

 

 

Geschichte Taschendiebstahl

1. Begriffsbestimmung Beutelschneider, Torfdrucker usw.

 
  Berühmte Taschendiebe  
 

1.Sonderbericht George Barrington "Price of Pickpocket"

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  Die Hände der "alten Zunft"  
  Die Bildungsstätten der Taschendiebe  
  Deutschlands bekannteste Taschendiebin  
     

Geschichte Taschendiebstahl - Taschendiebe der alten Zunft -
 

Hier möchte ich Sie zu einem Streifzug durch die Geschichte des Taschendiebstahls  einladen, und Ihnen den  Taschendieb im Wandel der Zeit Näher bringen.

 
 

Entgegen vieler Meinungen ist das „Handwerk“ des Taschendiebstahls ein uraltes Gewerbe, das ihre Wurzel, laut Literatur,  im frühen Mittelalter zu finden scheint. Nur spärlich sind Berichte über die alte Zunft der Taschendiebe aufzufinden, die sich mit der Zunft der Taschendiebe befassen. Die ersten Quellen, die man als Anfänge des Taschendiebstahls bezeichnen kann, findet man in alten Überlieferungen, Sagen und Zeichnungen.

 

Nach langwieriger Recherchen konnte man feststellen, dass die ersten Taschendiebe im 13. / 14. Jahrhundert ihre Erwähnung fanden, als vermehrt von Taschendieben berichtet wurde. Der Ursprung der heutigen Taschendiebe liegt also schon viele Jahrhunderte zurück und entstand aus der Gruppe der Straßenräuber. Der Taschendieb kann also als Spezialist unter den Straßenräubern bezeichnet werden, der sich immer mehr von seinem Ursprung entfernte.

 

Der Taschendieb alter Schule genießt unter den Ganoven der Vergangenheit durchaus eine Sonderstellung. Nie würde er in Versuchung kommen in abgehängte Mäntel bzw. Jacken seiner Opfer zu wühlen, oder Straftaten eines anderen Delikt zu begehen. Der Diebstahl ausgelegter Waren in Kaufhäusern, oder das plumpe stehlen ganzer Taschen brachten ihn nie in die Verlegenheit zuzugreifen. Es erschien ihm  zu einfach und zu plump, sodass der Taschendieb der alten Generation als sehr deliktstreu zu bezeichnen ist.

 

Der Taschendieb der alten Zunft lebte vom Kontakt zum lebendigen Menschen, obwohl dieser als sehr einseitig zu betrachten ist. Er brauchte den gewissen Reiz und Anspannung, um seine Beutezüge durch die Taschen seiner Opfer durchzuführen. Das Risiko einen lebendigen Menschen durch seine spielerische Art, List und Tücke zu bestehlen machten ihn zu einem Spezialisten. Er kann durchaus als Meister des Einfühlungsvermögens bezeichnet werden. Das Zusammenspiel seiner sinnlichen Erfassung, rascher Willensaktivierung und guter Auffassungsgabe ermöglichte ihm die Zielgerichtete Annäherung an sein ausgewähltes Opfer, das er mit seiner Fingerfertigkeit, Sanftheit und Behutsamkeit heimsuchte, um sich an den Taschen seiner Opfer zu bereichern.

 

Oberstes Gebot für den Taschendieb alter Schule war die Gewaltlosigkeit und die Heimlichkeit. Als unwürdig erschien ihm auch die Ausnutzung einer misslichen Lage, Behinderung oder Gebrechlichkeit eines Menschen, sodass Menschen dieser Gattung selten zu seinen Opfern zählten.

 

Der Taschendieb alter Schule galt als Durchschnittsmensch, der sich unauffällig inmitten seiner Mitmenschen bewegte. Durch sein Verhalten und angepasster Kleidung zum Tatort, gelang es ihm seine Anonymität zu wahren. Seine phänomenale Hand- und Fingerfertigkeit, sowie seine exzellente Auffassungsgabe und Menschenkenntnis machten ihn zu einem Dieb der ganz besonderen Art.

 

Im Gegensatz zum Straßenräuber bestiehlt der Taschendieb seine Opfer mit seinen spezifischen Waffen, der…

 

Ø 

Geschicklichkeit

 

Ø 

Fingerfertigkeit

Ø 

Menschenkenntnis

 

Sein besonderes Kennzeichen ist die Heimlichkeit und List, mit der er seine Opfer um ihr Vermögen bringt. Da der Taschendieb meist nur kleinere Summen erbeutet, begeht er serienmäßig Diebstähle seiner ganz besonderen Art und führt dabei seinen Beutezug durch die Taschen seiner Opfer mit großen Eifer fort. Aufgrund der niedrigen Aufklärungsquote ist festzustellen, dass der Taschendieb nur sehr schwer der Gerichtsbarkeit zuzuführen ist. Diese Tatsache lässt den Rückschluss zu, dass die Rückfälligkeitsquote im Gegensatz zu anderen Ganoven um ein vielfaches höher liegt.

 

Der Begriff des Taschendiebes ist ein Relikt aus der Neuzeit. Wenn man vom Taschendieb der alten Zunft spricht, findet man in der Literatur häufig Begriffe, wie:

 

Alte Bezeichnungen der Taschendiebe

 

Beutelschneider:

 

Begriff stammt aus dem Mittelalter, damals trug man sein Lohn in einem Lederbeutel um den Leib geschnallt. Nur durch abschneiden war es möglich an das Habe des Opfers zu kommen.

 

Torfdrucker:

 

Der Begriff des Torfdruckers stammt aus der Gaunersprache und bezieht Diebstähle die überraschend durchgeführt worden sind. Vor allem Taschendiebe finden in diesem Zusammenhang ihre Erwähnung. Das Wort drucken [wegnehmen, stehlen] kommt in der Gaunersprache nicht alleine vor, sondern ausschließlich im Zusammenhang mit dem Wort Torf [Beutel, drucken]. Der niederdeutsche Begriff ist eine Ableitung für Beutelzieher oder Beutelschneider. Tordrucken ist der rasche und heimliche  Diebstahl

 

von Gegenständen die das Opfer unmittelbar am Körper trägt, oder aus mitgeführten Gegenständen.

Chailefzieher:

 

Aufgrund der besonderen Fingerfertigkeit wurden die Taschendiebe der alten Zunft auch Chailefzieher oder Cheilefzieher genannt. Chailef, chelef bedeutet = Fett, Talg oder umgangssprachlich Geld.

Seifensieder:

 

Der Begriff stammt aus der österreichischen Sprache und fand um 1850 seine erste Erwähnung. Bei dem Begriff der Seifensieder handelt es sich um eine schlechte Übersetzung des Begriffes Chailefzieher oder auch Cheilefzieher. Beide Schreibweisen findet man in der gängigen Literatur.

Paddendrücker:

 

Aus der Berliner Umgangssprache ist der Taschendieb auch als Paddendrücker bekannt. Der Begriff leitet sich von der Padde [Geldbörse] ab. Der niederdeutsche Begriff bedeutet auch Kröte, Schildkröte. Die Begriffe Plattmulije [Brieftasche] und Pich [nicht umschlossenes oder lose mitgeführtes Bargeld] werden in Zusammenhang mit der Padde [Geldbörse] genannt.

Zefirgänger:

 

Der Zefirgänger ist eine Abwandlung des Taschendiebs. Der Begriff wird mit Tätern in Zusammenhang gebracht, die dem schlafenden Opfer die Geldbörse aus der abgelegten Kleidung entwendet. Der Zefirgänger stiehlt hier mit seiner Heimlichkeit unter Ausnutzung der geistigen Abwesenheit des Opfers. Man kann den Zefirgänger mit dem Schlafwagentäter der heutigen Zeit vergleichen. Als Schlafwagentäter wird der Personenkreis der Taschendiebe bezeichnet, die ihre Taten in Fernreisezügen begehen, und dabei den Schlaf der Reisenden ausnutzen, um ihre Diebstähle zu begehen

Kiesler: 

 

Der Begriff Kiesler leitet sich aus dem Wort Kies [Geld] ab. Kies wird auch in der heutigen Umgangssprache mit dem Begriff Geld übersetzt. Das Wort wurde frei übersetzt und als Umgang für Taschendiebe verwendet.

 

Taschendiebe in der Vergangenheit

 

Überführte Taschendiebe im 12. bis 14 Jahrhundert wurden nicht weniger hart bestraft, wie andere Ganoven seiner Zeit. Taschendiebe erfuhren ihre Strafe durch Ertrinken, Verbrennung auf dem Scheiterhaufen, Abhacken einzelner Finger oder sogar ganzer Hände  oder durch öffentliches Erhängen. Gerade das Erhängen auf öffentlichen Plätzen zog viele Schaulustige an, was seine Artgenossen ausnutzten um sich der Habschaft der Schaulustigen widerrechtlich anzueignen.

 

Im 16. Jahrhundert wurde erstmals von  Diebesschulen berichtet, die vor allem in London, Sevilla, Prag, Warschau, Rom, Madrid  und New-York, durch die Polizeiorganisationen festgestellt worden sind. Die heutigen Erkenntnisse sprechen dafür, dass derartige Einrichtungen immer noch Bestehen (siehe Zeitungsberichte). Die meist jungen Taschendieb-Lehrlinge wurden an so genannten „Klingelpuppen“ ausgebildet bevor sie dann in bestimmte Reviere zum stehlen geschickt wurden.

 

Die hohe Anzahl von festgestellten Diebesschulen lässt vermuten, dass viele weitere Schulen im Untergrund organisiert blieben, und somit junge „Meister“ ihres Fachs hervorbrachten, sodass das 17. Jahrhundert nicht ohne Grund als, Blütezeit der Taschendiebe anzusehen ist.

 

Den Taschendiebstahls-Schülern wurde gelehrt, wie man unbemerkt mit dem so genannten „Scherengriff“ Seidentücher, Tabakdosen, goldene Schärpen, wertvolle Taschenuhren und  Geldbörsen entwendet.


Berühmte Taschendiebe                         

Zur damaligen Zeit gab es viele gute Taschendiebe, die einen Sonderstatus unter ihren Artgenossen inne hatten. Durch ihre besondere Gabe wurden sie berühmt und meist sogar zu Legenden, deren Namen man nie vergessen wird. Berühmtheit heißt aber nicht, nie gefasst oder verurteilt worden zu sein, sondern die Versessenheit und Unbelehrbarkeit Taschendiebstähle auszuüben.

John Dawson:

John Dawson war Amerikaner, der aufgrund seiner Seekrankheit nie sein Land verlassen hat. Überwiegend bestahl er seine  Opfer auf  den Märkten rund um Illinois. Dort entwendete er die Geldbeutel  seiner Opfer. Getreu dem Brauch der alten Zunft, entleerte er die Beutel und veranlasste die Abholung seiner Beute, aber nicht ohne seine  Visitenkarte beizulegen.

Mimi Lepreuil:

Unter den aktiven tireurs (Zieher) war  Mimi Lepreuil  einer der bekanntesten in Frankreich.  Er war einer der Wenigen, die  nie rechtskräftig verurteilt worden  ist. Die  Zeitgenossen seiner  Zunft verliehen ihn den Ehrentitel "la main d`or" ( die Hand ).

Lady Finger:  

Lady Finger hielt sich ausschließlich im Kreise der Wohlhabenden auf, die sie am New Yorker Broadway durch  anrempeln bestahl. Ihre Kleidung und ihr Benehmen waren stets der Örtlichkeit angepasst. Sie zog die Blicke der Männer auf sich, sodass ein Mann nie hinter den wahren Grund der körperlichen Berührung gekommen ist.

Elizabeth West: 

Auch genannt "die Künstlerin", erleichterte  Elizabeth West ohne Hilfsmittel ihre Opfer um ihre Geldbörsen. Ihr Betätigungsfeld waren die Theater in und um London. Obwohl sie ca. 25 Mal  von der Polizei gefasst wurde, erlangte sie große Berühmtheit unter den Taschendieben. Während ihrer letzten Haft wurde ihr der Buchstabe "T" wie "thief" in den Daumen gebrannt. Zwei Wochen vor Beendigung ihrer Haftstrafe starb sie an "Kerkerfieber".

The Mail-Man:  

The Mail-Man war einer der sanften Taschendiebe. Als hilfsbereiter Schuhputzer bestahl er seine Kundschaft. Bevor er in den  Taschen der  New Yorker wühlte, verbrachte er seine Lehrjahre in Indianapolis. In einem Jahr brachte er es auf die stolze Summe von ca. 80.000 US Dollar. Nachdem er sämtliches Bargeld an sich gebracht hatte, verbrachte er die entleerten Geldbörsen zum nächsten Briefkasten, wodurch er auch seinen Namen erhielt.

Barrington, George (1755 - †1804)                                       download Dokument

 

 

George Barrington wurde im Oktober 1755 in Irland als Waldron (Familienname) geboren. Der Silberschmied Henry Waldron und seine Mutter Naish brachten ihn in der Nähe von Dublin zur Welt. In seinen jungen Jahren soll er mehrere Berufsausbildungen erlernt haben. Um sein Medizinstudium absolvieren zu können, reiste G. Barrington als 18-jähriger Mann nach London/Großbritannien. "Sir" Barrington erhielt nicht zuletzt aufgrund seines guten Benehmens und der eleganten Kleidung Einzug in die obere Gesellschaft Londons, die ihn als einen der Ihren  im Kreise der Wohlhabenden  aufnahmen. Ob  G. Barrington  schon  damals

nach einem raffinierten Plan gehandelt hat bleibt bloß zu vermuten. Statt sich der Medizin zu widmen lehrte er die Taschen der hohen Gesellschaft. Wann er den Entschluss gefasst hat ein Taschendieb zu werden ist nicht geklärt. In den Folgejahren ließ  er seine Finger in  den  Taschen und Anzügen  der  britischen Gesellschaft spielen.

Dank seiner selbst angefertigten Hilfsmittel nahm er eine Sonderstellung unter seinen Artgenossen ein. Zum Leidwesen der Wohlhabenden in London, Edinburgh und Dublin perfektionierte er seine "Diebstahlkunst". Doch diese Werkzeuge waren es auch, die G. Barrington  als  Taschendieb überführten. Seine Diebeszüge führte  er  hauptsächlich   bei   Pferderennen,  Theaterbesuchen   

und sogar bei Staatsempfängen durch. Nicht zuletzt seine Hilfsmittel hat George Barrington seinen Spitznamen zu verdanken. Seine Artgenossen der heimlichen Zunft nannten ihn ehrenvoll "Price of Pickpocket" (König der Taschendiebe). Der Höhepunkt seiner "Kariere" war zweifelsohne der Diebstahl eines Juwels (£30.000), den er Gregory Orloff (Freund von Katarina die Große) heimlich von der Kleidung entnahm. Im Januar 1777 wurde er zu einer 3-jährigen Strafarbeit bei der Wollwich - Schiffsfabrik verurteilt, die er jedoch schon nach einem Jahr verlassen durfte. Doch G. Barrington konnte sein Tun nicht lassen. Barrington konnte keine Arbeit finden und beging wieder Taschendiebstähle. Nach nur 5 Monaten stand George Barrington erneut vor Gericht und wurde zu einer 5-jährigen Haftstrafe verurteilt. Während seiner zweiten Gefangenschaft wurde sein Gesundheitszustand immer schlechter. Im Jahr 1779 versuchte sich George Barrington das für in elendige Leben zu nehmen. Er stach mit einem Messer eine tiefe Wunde in seinen Körper, aber der Versuch scheiterte. Nach vier Jahren wurde er unter der Bedingung begnadigt, dass er zurück nach Irland gehen sollte und nie den Weg zurück finden soll. George Barrington ging also zurück in seine Heimat, aber sein schlechter Ruf war ihm schon vorausgeeilt, sodass er 1783 wieder nach London reiste. Vor dem Richter flehte er um Gnade. Der Richter hatte Mitleid und erlaubte ihm in London zu bleiben, wenn er hilfreich dienen würde. In den kommenden Jahren war er als Taschendieb in Großbritannien unterwegs und entledigte mit seiner fast eleganten Fingerfertigkeit die Taschen der gehobenen Gesellschaft. George Barrington wurde im September 1790 von der Polizei verhaftet nachdem er die Uhr eines Mannes gestohlen hatte. George Barrington wurde zu sieben Jahre in Australien, der ehemaligen Strafgefangenenkolonie, verurteilt. Seine letzte legendäre Vorstellung gab er im Gerichtssaal Old Bailey. Seine 25-minütige Verteidigungsrede verhinderte jedoch nicht die Verbannung nach Australien. Er gehörte zu den 160.000 Kriminellen, die bis 1851 dorthin geschafft wurden, und so erlangte dieser Erdteil den Beinamen "Kontinent der Taschendiebe." Die mehrmonatige Überfahrt nach Sydney/Australien dauerte bis August 1791. Während der Überfahrt nach Australien soll er eine Rebellion der Gefangenen unterdrückt, oder zumindest dazu beigetragen haben diesen entscheidend zu verhindern. Seine Tat wurde von den dortigen Behörden mit wohlwollen zur Kenntnis genommen und im Mai 1792 wird er Leitender Polizist von Parramatta. George Barrington trat im Laufe seines Lebens nie wieder in Zusammenhang mit Taschendiebstählen auf, oder besser ausgedrückt - er wurde nie wieder von der Polizei gefasst. Am 27. Dezember 1804 starb George Barrington in Australien. Erzählungen belegen, dass er an Geisteskrankheit und fortschreitender Krankheit gestorben ist. Nicht ganz geklärt ist, ob Waldron, alias George Barrington, alias "Price of Pickpocket" Auto zweier Bücher, "A Voyage to New South Wales" (1795) und "The History of New South Wales" (1802).

 

Lebenslauf von G. Barrington:

 

Oktober 1755:

George Barrington wird im Oktober 1755 als Waldron in Dublin geboren

 

 

1755-1773:

Er durchläuft mehrere Ausbildungen

 

 

1773:

Mit 18 Jahren reist er nach London um Medizin zu studieren

 

 

1773-1777:

 

George erlernt das "Handwerk" des Taschendiebs und fertigt Hilfsmittel zum Diebstahl an. In bestiehlt die gehobenen Gesellschaft Englands

 

 

Januar 1777:

 

Im Januar wird er wird zu 3 Jahren Zwangsarbeit in Wollwich verurteilt

 

 

1778:

Nach nur 1 Jahr wird er vorzeitig entlassen

 

 

1779:

Er wird wegen Taschendiebstahl zu 5 Jahren Haft verurteilt

 

 

1779:

Gescheiterter Selbstmordversuch von George Barrington

 

 

1783:

 

Nach 4 Jahren Haft wird er begnadigt und muss zurück nach Irland reisen

 

 

1783:

Er reist zurück nach London da ihn in Irland der Tot droht

 

 

1784-1790:

 

Die Strafen halten ihn jedoch nicht davon ab weitere Taten  in London, Edinburgh und Dublin zu begehen

 

 

September 1790:

Er wird zu einer 7-jährigen Haftstrafe in Australien verurteilt

 

 

September 1790-

August 1791:

Schiffüberfahrt zur Strafgefangenenkolonie Australien. Er soll eine Rebellion der Gefangenen verhindert haben

 

 

August 1791:

George Barrington kommt in der Stadt Sydney/Australien an

 

 

Mai 1792:

Er wird zum Leitenden Polizist erklärt

 

 

1795:

 

Er soll das Buch "A Voyage to New South Wales" geschrieben haben

 

 

1802:

 

Er soll das Buch "The History of New South Wales" geschrieben haben

 

 

27.Dezember 1804:

 

Waldron, alias George Barrington, alias "Price of Pickpocket"  stirbt im Alter von 49 in Folge einer Krankheit


Die Hände der "alten Zunft"

Die  Taschendiebe  der alten  Garde  waren  überwiegend  Einzelgänger, die aufgrund  ihrer Berufsehrein den seltensten Fällen zu Hilfsmitteln, wie scharfe Klingen oder  kleine  Messer, griffen.  Der  Taschendieb der  alten  Zeit arbeitete  ausschließlich  mit den  Händen,  oder  besser  gesagt  mit  zwei  geschickten  Fingern.  In  Fachkreisen  ist  der  Begriff   „Schere machen“,  wie  ein  Krebs  weit  verbreitet.  Weshalb  man  sie  auch  Taschenkrebse  oder Scherenmacher  nannte.  Beim   „Schere machen“   bewegt  man  Zeige -  und Mittelfinger  seitlich   voneinander  und  führt  sie  wie  die  Schneiden  einer  Schere   zusammen.  Das wertvollste Kapital eines Taschendiebs sind  seine Hände. Die  Aufgabe der Hände  besteht darin in die Taschen seiner Freier  mit einer  gewissen Leichtigkeit und  völlig  unverkrampft Hineinzugleiten.  Aufgrund seiner Zweifingerkunst  achtet er penibel  auf  die  Pflege  seiner pianistenähnlichen Hände. Nie würde er  schwere Arbeit  mit seinen Händen verrichten.  Oft trägt er außerhalb  seiner  Arbeitszeit  Handschuhe,  um  seine  feinfühligen, geschmeidigen und Wohlgepflegten schmalen Hände nicht zu beschmutzen.


Die Bildungsstätten der Taschendiebe

Die ersten Diebesschulen, zur Ausbildung der Taschendiebe, fanden ihre Erwähnung im Jahre 1585. Dabei handelte es sich um die Londoner Diebesschule von Mister Wotton`s, die sich an einer angrenzenden Gaststätte befand. Den meist jungen Knaben wurde der heimliche Diebstahl an so genannten Klingelpuppen gelehrt. Klingelpuppen war zu dieser Zeit wohl noch ein irrtümlicher Begriff. Die früheren Klingelpuppen bestanden aus  Kleiderbügeln, an der Kleidung, wie Hose und Mantel befestigt waren. Die sog. Puppe hing frei schwebend an einer Wäscheleine mitten im Raum. Zudem waren die sog. Puppen mit vielen kleinen Glöckchen versehen. Die jungen Knaben mussten ohne jegliches läuten der Klingeln die Taschen der sog. Puppen entleeren. Erst nach Bestandener Prüfung durften die zukünftigen  Meister  des Diebstahls die

Diebesschule verlassen, und ihre erlernte Kunst am lebenden Körper anwenden. Schon damals waren die Reviere der jungen Taschendiebe abgesteckt, denn jeder Taschendieb erhielt vom "Meister" einen zugewiesenen Bereich, wo er seine Opfer bestehlen durfte. In der damaligen Blütezeit der Taschendiebe gab es fast in jedem Land mehrere Diebesschulen. In den Erzählungen bzw. Zeitungsberichten  der damaligen Zeit wurden Diebesschulen in Paris, New York, Madrid, Mexiko City, Valladoid, Bogota, Neapel, Sevilla, Warschau, Rom und Lemberg genannt, die einen guten Ruf unter der Taschendieben genossen.


Deutschlands bekannteste Taschendiebin

Hedwig Succow, geschiedene Thiele, geborene Wehr. Geboren am 4.11.1916 in Hannover. Geldbörsen aller Art hatten für die blonde Hedwig eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Auf dem Wochenmarkt oder in Kaufhäusern galt sie als Schrecken aller Hausfrauen. Sie zählt zu den bekanntesten Taschendieben Deutschland. Doch Hedwig hatte nicht viel Glück. Sie wurde viele Male nach einem Taschendiebstahl festgenommen und verhaftet. Auch wenn Hedwig wahrscheinlich nicht die Beste ihres Faches war, erlangte sie gerade deshalb einen hohen Bekanntheitsgrad...

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Quellenangaben:   

Alexander Adrion, Taschendiebe, der heimlichen Zunft auf die Finger geschaut. Schriftenreihe Taschendiebe 1962.Internethomepage physiologus.de. Sammlung eigener urheberrechtlich geschützter Schriftstücke, Werke und Bilder. Hierbei handelt es sich um eine persönliche und geistige Schöpfung gem. UrhG.  Eine Vervielfältigung oder Veröffentlichung für  nicht private Zwecke  ist  nur  mit  der  ausdrücklichen  Genehmigung  des Verfassers (Körperschaft) möglich!