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Presseberichte Taschendiebstahl

 - Berichte 2002 -

aktualisiert am 27. Mai 2008

  

 

 

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Hauptstadt der "Klaukinder"

 
 

Wiener Taschendiebe machen lange Finger

 
 

Trickdiebin auf Mallorca überführt

 
 

Arbeitsplatz der Taschendiebe

 
 

Oh Du diebische Weihnachtszeit

 
 
 
Hauptstadt der "Klaukinder"
Köln 2002: Trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen sind die ausländischen Taschendiebe weiterhin in Köln und Umgebung aktiv. Bei der Mehrzahl der festgestellten Taschendiebe handelt es sich meist minderjährige unter 14 Jahren. Schwerpunkt der "Klaukinder" ist neben dem Hauptbahnhof und dem Deutzer Bahnhof die U-Bahnhöfe in der Kölner Innenstadt und die Einkaufsmeile in der Hohestraße- Schildergasse. In den angrenzenden Geschäften lauern die jungen Taschendiebe. Besondere Vorsicht ist in stark frequentierten Schuh- und Textilgeschäften geboten, wo die Kundinnen zwecks Anprobe ihre Handtaschen oder Rucksäcke abstellen und vorübergehend unbeobachtet lassen. Ca. 27 Strafanzeigen werden täglich wegen Taschendiebstählen bei der "Ermittlungsgruppe Tasna" der Kölner Polizei festgestellt. Gerade im Vorweihnachtstrubel der einkaufslustigen Passanten sind die "Klaukinder" unterwegs. Trotz erheblicher Anstrengungen konnte die Polizei Köln die Zahl der Taschendiebstähle nicht entscheidend reduziert werden. Mit rd. 7.300 registrierten Delikten bis Ende September steht zu befürchten, dass die Rekordzahl von 9.818 Fällen aus dem vergangenen Jahr erneut erreicht wird. Auch die Nachbarstädte sind für die ortsansässigen Kinder attraktiv.
 
Fall 1
Opfer von 16 südländischen "Klaukindern" wurde eine 52jährige Reisende im Deutzer Bahnhof. Das Taschendiebstahlopfer wurde von der Gruppe umringt und boten der Dame deren Hilfe an, ihren Reisekoffer auf den Bahnsteig zu tragen. Auf der Rolltreppe wurde dann der Stopp-Mechanismus ausgelöst, so dass die nötige Ablenkung hergestellt wurde. Auf dem Bahnsteig angekommen wollte die Frau den Kindern etwas Kleingeld für ihre Hilfe geben. Aber als die ältere Dame ihre Geldbörse zücken wollte, war sie nicht mehr in ihrer Handtasche. 450 € Bargeld und diverse Ausweispapiere vermiste das Taschendiebstahlsopfer. Nachdem die Jugendlichen die Geldbörse gestohlen hatten verließen sie fluchtartig den Bahnhof. Aufgrund von Zeugenbeobachtungen und nach Lichtbildvorlage konnten die 16 Tatverdächtigen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren ermitteln werden. Alle sind der Polizei als aktive Taschendiebe bekannt.
 
Fall 2
Zwei verdächtige Mädchen wurden gegen 16.00 Uhr von Kaufhausdetektiven dabei beobachtet, wie sie versuchten einen Rucksack einer Kundin zu öffnen. Die Detektive verständigten eine Zivilstreife der Polizei und verfolgten die jungen Diebinnen. In einem angrenzenden Textilgeschäft wurden die beiden jungen Mädchen von der Zivilstreife in Gewahrsam genommne, nachdem sie einer 44jährigen Kundin ein Lederetui aus der Handtasche gefingert hatten. Die jungen Diebe hatten anscheinend das Lederetui (Inhalt: ein Blutdruckmessgerät) mit einem Portemonnaie verwechselt. Bevor die beiden Taschendiebinnen festgenommen werden konnten, warfen sie das Diebesgut von sich. Während die Beamten den Sachverhalt aufnahmen, meldeten sich in dem selben Geschäft zwei weitere Geschädigte, die unmittelbar zuvor Opfer eines versuchten und eines vollendeten Diebstahls geworden waren. Die dabei entwendeten 200 Euro wurden bei einer der Täterinnen gefunden. Die Festgenommenen führten keinerlei Ausweispapiere mit sich und gaben beide an, 12 Jahre alt - und damit strafunmündig zu sein. Dies stimmte zumindest bei einer von ihnen mit dem äußeren Erscheinungsbild jedoch nicht überein. Ein von denn Ermittlern kurzfristig eingeholtes Altersgutachten kam zwar zu dem Ergebnis, dass die Jüngere der Beiden wahrscheinlich älter als 14 sein dürfte. In Anwendung einer Toleranz kann jedoch ein Alter unterhalb der Strafmündigkeit nicht ausgeschlossen werden. Die Ältere, mit einem geschätzten Alter von 16 Jahren, ist für ihr Handeln strafrechtlich verantwortlich.  Die Erziehungsberechtigten konnten von den ermittelten Beamten nicht auswendig gemacht werden, sodass beide nach den Vernehmungen der städtischen Jugendeinrichtung zugeführt wurden. Beide Täterinnen wurden erstmals in Köln als aktive Taschendieb festgestellt. Zuvor wurde eine der beiden am 26.09.02 in Frankfurt und am 10.10.02 in Düsseldorf nach Trickdiebstählen vorläufig festgenommen.
 
Fall 3
Gegen 18.00 Uhr wurde eine 56jährige Passantin im U-Bahnhof Friesenplatz Opfer eines Taschendiebstahls. Bedienstete der KVB hatten eine Gruppe von vier Minderjährigen beobachtet, wie sie einer Passanten auf der Rolltreppe in die Zange nahmen. Eine Komplizen löste hierbei den Nothalt der Rolltreppe aus. Das machten sie die vier Minderjährigen zu nutze und stahlen der 56jährigen die Geldbörse aus der Handtasche. Als die KVB - Bediensteten die vier Minderjährigen festhalten wollten, warf die Täterin das Stehlgut weg.   Zwei der Flüchtenden (11, 14) konnten festgehalten und der Polizei übergeben werden. Die 14-jährige Tatverdächtige ist mit ihrer Familie seit 1989 in Köln aufhältig und seit 1996 rund 200 mal bei Diebstahlsdelikten in Köln und Düsseldorf in Erscheinung getreten. Die flüchtigen Mittäter konnten von den Spezialisten der Ermittlungsgruppe "Tasna" im Nachhinein ermittelt werden. Dabei handelt es sich um eine hinlänglich bekannte 21-Jährige, die vermutlich den Not-Halt der Rolltreppe ausgelöst hatte, sowie eine 15-jährige Intensivtäterin und einen 12-jährigen Intensivtäter. Die 15-Jährige ist in den letzten zwei Jahren über 100 mal bei einschlägigen Delikten polizeilich in Erscheinung getreten. Übertroffen wird sie noch von dem 12-Jährigen, der seit 1999 in den Städten Köln, Düsseldorf und Wuppertal mehr als 150 mal polizeilich in Erscheinung getreten ist. Die 14-jährige Schwester sitzt sogar seit dem 10.10.2002 aufgrund von mehr als 50 Diebstahlsdelikten in Untersuchungshaft. Letztmalig hatte sie einer Frau die Handtasche entrissen und das auf dem Boden liegende Opfer mit Füßen zusätzlich getreten. Der 15-jährige Bruder hat mit mehr als 300 Delikten sogar traurige Berühmtheit erlangt. Er wurde zwar zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, aber zu einer Strafvollstreckung ist es bisher nicht gekommen. Diese Form der Diebstahlskriminalität macht der Kölner Polizei angesichts einer angespannten Personalsituation erheblich zu schaffen. Mit dem Phänomen ist nämlich nicht nur die 25-köpfige (!) Ermittlungsgruppe Tasna beschäftigt sondern auch die Beamten des Streifendienstes. Diese müssen einen beachtlichen Teil  ihrer Dienstzeit für  die  Anzeigenaufnahmen und  Betreuungsmaßnahmen der Diebstahlsopfer aufwenden.

Wiener Taschendiebe machen lange Finger

Wien 2002: Eine 53jährige Lehrerin war mit ihren 20 Schülern in Wien auf Klassenfahrt. Als sie am Praterstern in die U-Bahn steigen wollte, wurde sie von einem Mann angesprochen. Im gebrochenen deutsch fragte er nach dem Weg zum Westbahnhof. Die Klassenlehrerin zeigte dem Mann auf der Schautafel den Weg in Richtung Westbahnhof, als plötzlich ein zweiter Mann neben ihr stand. Der Zweite zog eine Landkarte aus seinem Sakko und nestelte mit dem Plan vor der Lehrerin herum. Wie sie erst später bemerkte handelte es sich nicht um einen Wiener Stadtplan, sondern auf eine herkömmliche Landkarte. Abgelenkt durch ihre Schüler und durch den zweiten Mann bemerkte sie erst eine Station weiter (zwei Minuten Fahrzeit), dass der Verschluss ihrer Handtasche geöffnet war und die Geldbörse entwendet wurde. Aber als die Lehrerin das bemerkte war es schon zu spät. Die beiden Taschendiebe waren mit 50 Euro Bargeld, Kreditkarten, Wohnungsschlüssel und diversen Fahrkarten verschwunden.


Trickdiebin auf Mallorca überführt

Mallorca 2002: Ein britisches Urlaubspaar überführte eine Trickdiebin auf Mallorca mit ihrer Handy-Kamera. Nachdem die „Nelkenfrauen“ (Claveleras) das Urlaubspaar an der Kathedrale umringten und eine der Frauen 80 € aus der Tasche der Touristen gestohlen hatte, schoss der Bestohlene ein Bild mit seiner Handy-Kamera ein Foto von der „Nelkenfrauen“. Das aufgenommene Foto schickte der Mann der Polizei. Aufgrund des Beweisfotos wurden die polizeilich bekannten Claveleras verhaftet.


Arbeitsplatz der Taschendiebe, öffentliche Verkehrsmittel

Berlin 2002: In Berlin hat die Polizei eine zwölfköpfige Taschendiebstahl - Bande festgenommen. Wie die Polizei ermitteln konnte, reisten die Taschendiebe extra aus Polen in die Bundesrepublik Deutschland ein, um hier ihre "Geschäfte" aufzunehmen. Tatorte wie der Fernbahnhof Charlottenburg, Linienbusse und BVG - Bushaltestellen wurden von den Taschendieb genutzt um ihre Opfer zu bestehlen. Bei den Osteuropäischen Taschendieben wurden im Rahmen einer zweiwöchigen Sonderaktion, in  der dreißig  Polizisten  eingebunden waren, neben Bargeld auch Telefonkarten, EC - Karten und Elektrogeräte sichergestellt.


Oh, Du diebische Weihnachtszeit

Bern 2002: Zu Weihnachten haben Taschendiebe wieder Hochsaison. Auf dem Weihnachtsmarkt und in den überfüllten Kaufhäusern der Innenstädte greifen die Langfinger in die Taschen der leichtsinnigen Touristen. In Bremen gingen Spezialfahnder mit einem Zeitungsreporter auf "Diebeszug". Die beiden Spezialfahnder gehören zu der Sondergruppe "Taschendiebstahl". Die beiden Taschendiebstahlsfahnder sind maßgeblich daran beteiligt, dass  die Fallzahlen im Bereich Taschen- und Trickdiebstahl deutlich zurückgegangen sind. Im Jahr 1997 waren es noch 1067 angezeigte Taschendiebstähle. Aber durch die gute Arbeit der Sondergruppe gingen die Fallzahlen im Jahr 1999 bis auf 783 Taschendiebstähle zurück. Über 200 Langfinger wurden von der Sondergruppe auf frischer Tat geschnappt, mehrere ausländische Intensiv-Täter wurden umgehend abgeschoben und viele Taschendiebe kamen vor Schnellgerichte und gingen anschließend sofort in den Knast. In der Stadt suchen sich die beiden Spezialfahnder ihr Opfer aus, schon nach wenigen Augenblicken haben sie ein potentielles Opfer gefunden.  Während einer vor das Opfer in die ankommende Straßenbahnlinie steigt und  "blockt", zieht der Andere der Geschädigten das Portemonnaie blitzschnell aus der Tasche. Der Taschendiebstahl der beiden Spezialfahnder bleibt von der Frau unentdeckt. Auch der Jugendliche am Schmuckstand bemerkt nicht, dass einer ihm die Geldbörse aus dem Rucksack zog. Auf dem Weihnachtsmarkt schlagen die Spezialfahnder erneut zu. P. spricht eine Frau in einem langen Mantel an. Als sie durch das Gespräch mit P. kurz abgelenkt ist, greift der andere in die offene Handtasche der Frau. E. klaut ihr die Geldbörse mit goldener Kreditkarte, Schecks und über 1000 Mark Bargeld. Als die beiden Spezialfahnder ihr das Diebesgut wieder aushändigen ist die Frau den Tränen Näh. Sie kann es kaum glauben, dass sie Opfer eines Taschendiebstahls geworden ist, und verspricht den beiden Fahndern, dass sie in Zukunft besser auf ihre Sachen aufpassen wird. Die beiden Zivilfahnder kennen sämtliche Tricks der Taschendiebe und bewegen sich inmitten der Menschenmassen absolut unauffällig. Während dieser Aktion werden die beiden TD-Fahnder von ihren Kollegen zu einem richten Einsatz gerufen. An der Domsheide befindet sich ein algerischer Asylbewerber, der auf Opfersuche ist. Den algerischer Taschendieb haben die beiden schon vier Mal auf frischer Tat festgenommen.  werden. Bei der letzten Festnahme hat er einen so großen Widerstand geleistet, dass ein Kollege ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Während der Kollege mehre Wochen im Krankenhaus lag musste der algerische Taschendieb wieder laufen gelassen werden. Die beiden Spezialfahnder und ihre beiden Kollegen observierten den Taschendieb, der sich an den überfüllten Haltestellen ein neues Opfer aussuchte. Plötzlich bewegte sich der Taschendieb in Richtung einer ankommenden Buslinie und stellt sich hinter eine ältere Frau mit einer Umhängetasche. Die Spezialfahnder folgen dem Taschendieb, aber als dieser etwas bemerkte verschwand der im Gewühl der Menschen. E.: "Den sehen wir leider bald wieder...." Anmerkung: Namen und Stadt von der Redaktion geändert.


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