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Statistiken Bremen

aktualisiert am 03. Januar 2008

 

 

Alter und Familienstand

Diese Statistik zeigt ganz klar auf, dass der überwiegende Anteil der Bestohlenen Frauen (84%) ist, wobei der Männeranteil (16%) sehr niedrig ausfällt. Gerade Frauen sind somit weit aus "attraktivere" Taschendiebstahlsopfer, da sie bei einem entdeckten Taschendiebstahl weniger Gegenwehr zeigen. Aufgrund der Familienstruktur bewegen sich mehr Frauen an den gefährdeten Tatorten, wie Kaufhäuser, öffentlichen Verkehrsmitteln und z.B. Einkaufszentren, um so den Einkauf der Familien zu erledigen. Ein Großteil der weiblichen Taschendiebstahlsopfer hat zudem Kinder und ist dadurch bereits abgelenkt, sodass der Taschendieb leichtes Spiel hat.


Haben Sie den Taschendieb vor dem Diebstahl gesehen?

50 Taschendiebstahlsopfer (56%) haben den Täter vorher nicht wahrgenommen. Nur 17 Befragte haben den Taschendieb vor der Tat gesehen. Meist fiel den Opfern das der jeweiligen Umgebung nicht angepasste Verhalten oder die unpassende Kleidung auf. Die 17 Befragten sagten aus, dass es sich hierbei um augenscheinlich drogenabhängige Personen handelte.


Was empfanden Sie nach Entdeckung des Taschendiebstahl?

Der Schwerpunkt der Antworten liegt mit 37 Befragten (49%) bei "sehr erschrocken", wobei 27 Bestohlene (36%) "nicht erschrocken" antworteten. Prozentuale Unterschiede waren im Vergleich Mann / Frau nicht zu erkennen.


Woran dachten Sie nach der Tat

35 Befragte fiel sofort der Verlust der Barmittel ein, wobei lediglich 13 Befragte an die gestohlenen Papiere dachten. 7 Befragte brachten den Verlust der Geldbörse vorerst nicht mit einem Taschendiebstahl in Verbindung.


Stellten Sie den Taschendieb nach der Tat?

71 von 76 Befragten konnten den Taschendieb nicht nach der Tat stellen. Das prozentuale Verhältnis zwischen Männern und  Frauen ist in dieser Statistik annähernd ausgeglichen.


 

Schulbildung der Bestohlenen

Die Mehrzahl der Taschendiebstahl-Opfer hat eine mittlere (Realschule) bis hohe Schulbildung (Gymnasium / Abitur). Diese Personen haben meist Berufe mit mittleren bis hohen Einkommen, was wiederum eine ordentliche bis wohlhabende Bekleidung bedeutet. Das lässt den Rückschluss zu, das Taschendiebe ihre Opfer nach der Bekleidung auszusuchen. Das Entdeckungsrisiko für einen Taschendieb ist durch seine Nähe zum Opfer besonders hoch, damit sucht er sich ausschließlich Personen aus, wo er viel Beute erhofft.


 

Soziale Stellung der Bestohlenen

Aufgrund  der  wirtschaftlichen  Situation werden  überwiegend Personen der sog.  Mittelschicht   und der  Oberschicht  Opfer von  Taschendieben.  Personen aus der sog. Unterschicht zählen nur dann als potentielles Opfer, wenn eine Gefährdung des Taschendiebs gering ist, sich eine leichte "Klausituation" bietet oder wenn der Taschendieb  Anhaltspunkte  hat,  dass er auch  bei diesen  Personen  auf  reiche  Beute  hoffen  kann.  Auch  hierbei  ist  festzustellen,  dass der professionelle Taschendieb seine Opfer genau auswählt, und nicht zufällig in die Taschen seiner "Freier" greift.


 

Wie beurteilen Sie das deutsche Strafrecht

An dieser Statistik kann man erkennen, dass der Großteil der Bestohlenen das deutsche Strafrecht als Ungenügend einstuft. Die Taschendiebstahlsopfer fordern härtere Strafen für Kriminelle. Nur zwei der 74 Befragten halten das deutsche Strafrecht für Gut. Die männlichen Opfer stufen das deutsche Strafrecht in der Mehrzahl als Ungenügend ein.


Haben Sie nach der Tat Vorsichtsmaßnahmen getroffen?

50 Bestohlene (68%) gaben an, in Zukunft bessere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. 24 Opfer (33%) der Taschendiebstahlsopfer werden auch in Zukunft keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen gegen Taschendiebe treffen. Diese Betroffenen sind der Meinung das sie dann auch keine Chance gegen Taschendiebe hätten. Fast alle Befragten waren im Besitz eines Geldgürtels oder eines Brustbeutels, tragen diesen aber nur auf Urlaubsreisen


Quellenangaben:

Kriminalakademie der Kriminalistischen Studiengemeinschaft e.V. Fachschriftenverlag Dr. H. Schäfer - Die Angst des Bürgers vor dem Dieb - Im Niemandsland der öffentlichen Sicherheit 1994. Sammlung eigener urheberrechtlich geschützter Schriftstücke, Werke und Bilder. Hierbei handelt es sich um eine persönliche und geistige Schöpfung gem. UrhG.  Eine Vervielfältigung oder Veröffentlichung für  nicht private Zwecke  ist  nur  mit  der  ausdrücklichen  Genehmigung  des Verfassers (Körperschaft) möglich!