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Presseberichte
Taschendiebstahl
- ältere Presseberichte - |
aktualisiert am 27.
Mai 2008
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Berliner Taschendieb bestahl drei Jahre seine Opfer |
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Berlin 2000: Der
kleine Junge aus Bukarest viel den Bossen sofort auf. Der angehende
Taschendieb hatte schon damals flinke Finger. Er konnte blitzschnell den
durch die Luft wirbelnden Kugelschreiber in seinem Jackenärmel verschwinden
lassen ohne das jemand es bemerkte. Die Bosse klopften dem kleinen Jungen
wohlwollend auf die Schulter, den ihnen war klar, dass der 15jährige Junge
viel Geld einbringen könnte. Die Bosse schickten den Jungen aus Bukarest
nach Berlin, wo er für sie als Taschendieb "arbeiten" sollte. Drei Jahre
bestahl der kleine Junge seine Opfer, doch jetzt bekam er eine Aufenthalts-
und Arbeitserlaubnis. Die ehemaligen Bosse konnten ihn nicht mehr erpressen
und heute arbeitet der inzwischen 18jährige in der Gastronomie als Kellner.
In einer renommierten Tageszeitung erzählt der ehemalige Taschendieb von
seinem Leben. Er kam illegal über die grüne Grenze nach Deutschland und
wurde von seinen Bossen mit der nötigen Ausrüstung ausgestattet. Er bekam
einen Berliner Stadtplan, eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr,
Handy, Rasierklingen und einen Mantel, dessen Taschen von innen
durchgeschnitten waren. Ihm wurden die Orte gezeigt, an denen sich viele
Touristen aufhielten und wo das große Geld zu holen war. Mach es nicht unter
500 Mark ansonsten ist das Risiko zu hoch, rieten ihm die Bosse. Bevorzugt
beklaute er seine älteren Opfer nachdem sie Geld von der Bank abgehoben
hatten. Er stellte sich in die Reihe am Schalter und las von den Lippen der
Schalterangestellten, die das auszuzahlende Geld abzählten. Draußen sprach er
die ahnungslosen Opfer an und hielt Ihnen dabei einen Stadtplan, mit der
Frage: "Können Sie mir sagen, wo diese Straße liegt". Während er den
Stadtplan mit der linken Hand hielt, schlitzte er mit der Rechten unbemerkt
die Taschen und Beutel der Opfer auf. Die gelehrten Geldbörsen schmiss er
anschließend in den Briefkasten. Bis zu fünf Opfer täglich "erleichterte"
der kleine Taschendieb. Obwohl er bis zu 80% der Tageseinnahmen an
seine Bosse abgeben musste, brachte er es auf ca. 90.000 DM im Jahr, die er
für sich Nutzen durfte. "Diese Zeiten sind jetzt vorbei", erzählt er und bis
heute ist er auch sauber geblieben.
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Taschendiebe mit
Krücken unterwegs |
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Wuppertal 2000: Ein auf Krücken gestützter Taschendieb sprach am
Montag Nachmittag an einer Bushaltestelle in Wuppertal eine
74jährige Frau an und fragte mit ausländischen Akzent nach dem Weg
zum Krankenhaus. Er zeigte dem Opfer einen Zettel mit der
Aufschrift "Krankenhaus Wuppertal". Die 74jährige Frau erklärte
ihm den Weg. Erst als das Opfer den Bus bestieg, bemerkte sie den
Verlust ihrer Geldbörse. Die Wuppertaler Polizei geht davon aus,
dass der "Krücken-Mann" die Frau ablenkte während dessen ein
Komplize den Verschluss der Tasche öffnete und so die Geldbörse
entwendete. Wenige Tage später wurde eine Autofahrerin in ihrem
Fahrzeug von einem "Krückemann" angesprochen. Der auf Krücken
gestützte Mann fragte die Autofahrerin nach einem Arzt. Die Frau
bemerkte aber nicht, dass im selben Moment die Kofferraumklappe
von einem Komplizen geöffnet wurde und ihre Umhängetasche
verschwand. In beiden Fällen stimmten die Personenbeschreibungen
überein. |
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Die Kantonspolizei in Zürich geht intensiv gegen Taschendiebe vor |
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Zürich 1998: Die
Schweizer Kantonspolizei in Zürich geht intensiv gegen Taschendieb vor. Seit
Mitte April wurden ca. 50 Personen verhaftet. Drei chilenische Taschendiebe
bewiesen besonderes Geschick und Fingerfertigkeit als sie einer Frau die
Handtasche öffneten und die Geldscheine aus dem Portemonnaie entwendeten.
Als die Frau bei der ortsansässigen Polizei eine Anzeige aufgeben wollte,
wurde sie positiv überrascht. In der Zwischenzeit wurden die drei
chilenischen Taschendiebe (29-42) bereits gefasst und der Frau wurde ihr
Geld wieder ausgehändigt.
Solche Erfolge basieren auf koordinierter
Polizeiaktionen. Seit Mitte April hat die Kantonspolizei mehrere Aktionen
anlässlich der steigenden Fallzahlen im Bereich der Taschen- und
Trickdiebstahlskriminalität durchgeführt. Gerade im Bereich der Züricher
Innenstadt wurden immer wieder vermehrt Taschendiebstähle festgestellt. Auf
den Wachen der Stadt- und Kantonspolizei Zürich werden heute jeden Tag im
Durchschnitt 20 Taschendiebstähle angezeigt, wobei die Dunkelziffer um ein
Vielfaches höher liegen müsste. Ein Besonders Problem stellen hierbei die
bandenmäßig organisierten "Klautouristen" aus Südamerika dar. Gerade die
chilenischen Taschendiebe gehen sehr geschickt vor, sodass die Opfer erst
sehr viel später den Verlust ihrer Wertsachen bemerken. Ein beliebter Trick
der Taschendiebe ist der so genannte Beschmutzertrick. Die Diebe beschmutzen
hierbei die Bekleidung ihrer Opfer und bieten sich hilfreich an, die
Reinigung zu übernehmen, währenddessen die Geldbörse und sonstige wertvolle
Gegenstände in den Taschen der "Klautouristen" verschwinden. Im Umfeld
vieler Banken lauern die Langfinger. Die Taschendiebe beobachten die
Geschädigten, wie sie am Schalter oder an Geldautomaten Bargeld abheben,
verfolgen sie und stehlen später unbemerkt die Geldbörse. Offen getragene
Frauenhandtaschen, an Stuhllehnen abgehängte Umhängetaschen oder das
Abstellen von Handtaschen bieten dem Taschendieb die beste Gelegenheit
seinen Diebstahl auszuführen. Taschendiebe lieben Bargeld: Erstens lässt
sich dieses mühelos absetzen. Und viele Taschendiebstahlsopfer erstatten gar
keine Anzeige, weil sie Bargeld nicht versichert ist. Doch bei einer
schnellen Anzeigenerstattung stehen die Chancen gut, den Dieb im Nahbereich
festzustellen. "Das ist falsch", findet Leuenberger. " Bei einer
schnellen Anzeigenerstattung stehen die Chancen nämlich oft sehr gut, die
Diebe bei einer Fahndung im Nahbereich zu fassen."
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Taschendiebe zeigen kein Interesse am "Berliner-Osten"
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Berlin 1997: Taschendiebstähle nehmen zu. Waren es im Jahr 1982
noch 1.900 registrierte Taschendiebstähle wurden 1996 beim
Berliner Landeskriminalamt ca. 26.000 Fälle Taschen- und
Trickdiebstähle bearbeitet. Erschreckend ist nicht nur die hohe
Fallzahl sondern auch die niedrige Aufklärungsquote von unter 5%.
Wie das Landeskriminalamt mitteilte ist die Tendenz weiter
steigend. Hauptgrund der steigenden Fallzahl im Bereich der
Taschen- und Trickdiebstahlskriminalität ist "der Fall der Mauer
und die damit verbundene Öffnung nach Osteuropa". Einen weiteren
Schub habe es durch den verstärkten Zustrom von Flüchtlingen aus
Ex-Jugoslawien gegeben. Das Landeskriminalamt bestätigte, dass
Neun von Zehn ermittelten Tätern ausländischer Herkunft sind.
Besondere Probleme bereiten hierbei international agierende
Taschendiebe aus Südamerika, die quer durch Europa reisen, um
gewerbsmäßig Taschendiebstähle zu begehen. Der Einfallsreichtum
der Taschendiebe kennt keine Grenzen, aber besonders leichtes
Spiel haben die Taschendiebe im dichten Gedränge der Touristen.
Hier werden bevorzugt Taschen "aufgeschnitten" und Rucksäcke
geplündert. Aber auch Flüchtlinge aus dem Ex - Jugoslawien und
Rumänien gehören zum Täterklientel. Erschreckend ist hierbei, dass
vermehrt Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren durch
Taschendiebstähle auffallen. Die "Klaukinder" werden in die
Bundesrepublik Deutschland illegal eingeschleust und in
bandenähnlicher Struktur zu Taschendiebstählen gezwungen. Der
jüngste Taschendieb, den das Berliner Kriminalamt auf frischer tat
feststellte war gerade acht Jahre alt. Die Strafunmündigkeit der
"Klaukinder" machen sich die Bosse zu nutze. Die "Klaukinder"
werden in so genannten "Diebesschulen" ausgebildet und
anschließend in den stark frequentierten Ortsteilen Berlins zum
klauen geschickt. Auffällig ist, dass nur jeder vierte
Taschendiebstahl im ehemaligen "Berliner-Osten" registriert wird.
Beliebte Tatorte sind: Unter den Linden, der 100 Linienbus und die
Museumsinsel. Im "Berliner-Westen" zählen die Einkaufsmeilen wie
der Ku'damm, die Schloßstraße, die Wilmersdorfer Straße und die
Spandauer Straße zu den Lieblingsorten der Taschendiebe. Im
Zusammenhang der steigenden Fallzahlen weist die Polizei nochmals
daraufhin, dass gerade im dichten Gedränge der Einkaufsmeilen, an
den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmitteln und an den
Touristenattraktionen vermehrt mit Taschendieben zu rechnen ist.
Passanten sollten dichtes Gedränge meiden und Wertsachen in
verschlossen Taschen dicht am Körper tragen. |
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Da lauern die Taschendiebe |
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Bremen 1996: Beamte der Polizei haben gestern auf dem einen
35jährigen Taschendieb auf frischer Tat festgenommen. Der
Taschendieb hatte einer 55jährigen Frau die Geldbörse gestohlen,
als sie eine Bahn bestiegen wollte. Die Zivilfahnder hatten den
Taschendieb vorher schon einige Zeit observiert und konnten ihn
anschließend vorläufig festnehmen. Die Bestohlene hatte vom
Fingergeschick des Langfingers nichts bemerkt und war umso
erfreuter, als sie ihre Geldbörse von den Polizisten
zurückerhielt.
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Langfinger im
Festtagstrubel |
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Prag 1995: Für Frau Miroslava ist das
diesjährige Weihnachtfest gelaufen. Sie war mit ca. 8000 Kronen (etwa ein
tschechisches Monatseinkommen) im größten Kaufhaus von Prag "Kotva"
Weihnachtsgeschenke besorgen. Sie wurde auch fündig, konnte aber nicht mehr
bezahlen. Sie wurde Opfer von Taschendieben. Bemerkt hatte Frau Miroslava
nichts. Natürlich kenne sie die Sicherheitshinweise der Prager Polizei, aber
sie hätte nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet sie Opfer eines
Taschendiebstahls werden würde.
Aber Frau Miroslava war nicht das Einzigste Opfer der Prager
Taschendiebe. Gerde in der Vorweihnachtszeit tummeln sich viele Taschendiebe
in den überfüllten Kaufhäusern, auf Weihnachtsmärkten oder in öffentlichen
Verkehrsmitteln. Die meisten Taschendiebe stammen aus dem ehemaligen
Jugoslawien, aus Rumänien oder Bulgarien. Dabei sind die Gangster auch in
den anderen Monaten keineswegs untätig. Allein in Prag bestahlen sie von
Januar bis November dieses Jahr rund 6000 Menschen und richteten dabei einen
Schaden von fast 50 Millionen Kronen (rund 1,5 Millionen Euro) an.
Zur Vorweihnachtszeit verstärkt die Prager
Polizei ihre Kontrollmaßnahmen, aber Landesweit gibt es nur eine einzige
Spezialeinheit, die den Taschendieben auf der Spur sind. Das Wirkungsfeld
der Spezialeinheit beschränkt sich aber vor allem auf die Prager Altstadt,
wo auch anteilsmäßig die meisten Taschendiebstähle passieren. Die
Aufklärungsquote der kleinen Spezialeinheit ist dennoch sehr gering. in ca.
4% der Fälle konnten Taschendiebe ermittelt oder auf frischer Tat
festgenommen werden.
Häufig treten Frauen mit Kleinkindern als aktive Taschendiebe auf. Den
Beamten sind dann die Hände gebunden, da sie ausschließlich die Personalien
feststellen dürfen. Anschließend werden die Taschendiebe auf freien Fuß
belassen und nehmen gleich wieder ihre "Arbeit". Ausländische Gangster müssten eigentlich in ihre
Herkunftsländer abgeschoben werden, aber diese finanziellen Mittel hat der
tschechische Staat nicht. Die Taschendiebe verschmähen aber auch nicht
die tschechische Provinz. Regelmäßig werden die Kunden in den Kaufhäusern von Usti nad
Labem (Aussig), Plzen (Pilsen) oder ostrava (Mährisch-Ostrau)
über Lautsprecher gewarnt.
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Polizei legt internationalen Taschendieben das Handwerk |
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Die Diebstahlsanzeigen aus dem Schlaf- und
Liegewagenzug D 1998 waren unübersehbar angestiegen. Die Polizei stellte
daraufhin für den Monat November 1992 ein Schwerpunktprogramm "
Taschendiebstahl" auf und begleitete den Zug von Göttingen nach Hamburg mit
speziell ausgebildeten Zivilfahndern der SoKo - Taschendiebstahl. Bereits in
der zweiten Nacht konnten die Fahnder eine aus vier Personen bestehende
Tätergruppe nach mehreren Diebstahlsversuchen auf frischer Tat vorläufig
festnehmen. In bester kriminalpolizeilicher Observationstechnik wurden die
Täter überrascht, als sie in ein Zugabteil eindrangen und zwei junge Dänen
im Schlaf das Portemonnaie entwendeten. Die anschließenden Ermittlungen
deckten zwei weitere vollendete Diebstähle und einen Diebstahlsversuch auf,
die der Gruppe angelastet werden konnte. Bei der Durchsuchung der Täter
wurde ein ganzen Arsenal von Messern und Reizgassprühdosen
unterschiedlichster Art gefunden. Die Taschendiebe wurden dem zuständigen
LKA überstellt, bei dem die Täter bereits als international arbeitende
Taschen- und Trickdiebe hinreichend bekannt waren. Für alle Täter konnten
Haftbefehle erwirkt werden. Den Zivilfahndern war bei dieser Aktion ein
besonders dicker Fisch ins Netz gegangen.
Einstellung des Artikels mit freundlicher Genehmigung Kollege der Polizei
Bremen, Erscheinungsdatum: Bremen 01.01.1993
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Organisierte Taschendiebstahlsbanden machen Bremen unsicher |
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Bremen 1992: "Sehen Sie die Drei da drüben? Jetzt
suchen sie sich wieder ein neues Opfer aus." Aufgebracht zeigt eine
Geschäftsfrau, die einen kleinen Laden im Brilltunnel betreibt, auf die drei
jungen Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren. Seit vier Wochen haben
rund zehn Taschendiebe im Brilltunnel und an den beiden
Straßenbahnhaltestelle in der Hutfilterstraße (der verlängerten Obernstraße)
Hochkonjunktur. Da die Polizei nach eigenen Worten "kräftemäßig nicht in der
Lage ist", regelmäßig Zivilfahnder zu den Brennpunkten zu schicken, wandte
sich die Geschäftsfrau an das "Lesertelefon" einer Bremer Zeitung.
Unterdessen beobachtet das Trio aufmerksam den Menschenstrom,, der sich kurz
vor Weihnachten regelmäßig aus den Straßenbahnen in den Tunnel ergießt. "Die
Opfer sind fast ausschließlich Frauen", berichtet die Geschäftsfrau, die aus
Angst nicht genannt erden wollen. Dabei gingen die Täter immer nach dem
selben Muster vor. Einer rempelt das Opfer an, der andere öffne blitzschnell
die Handtasche, greife sich das Portemonnaie und der dritte übernehme die
beute. Das gehe so schnell, dass viele den Diebstahl gar nicht bemerken.
"Regelmäßig kommen Kunden und fragen verzweifelt, ob sie ihr Portemonnaie
bei uns liegenlassen haben", erzählt eine Verkäuferin. Schon ein paar Mal in
den vergangenen Wochen flitzte die Geschäftsfrau hinter ihrem Verkaufstresen
hervor und warnte ein potentielles Opfer vor den Taschendieben, die
daraufhin wütend im Gedränge verschwanden. da auch ihre Kollegen schon so
manchen Kunden vor Schaden bewahrten, wurde der Inhaber eines kleinen Ladens
im Brilltunnel von den Tätern schon bedroht.
Die Polizei kenne das Problem. Die angezeigten
Taschendiebstähle stapeln sich Montag Morgens. Doch bei zwei
Sachbearbeitern, die für Taschendiebstähle und Tickdiebstähle zuständig
sind, bleibt wenig Spielraum für zeitaufwendige Fahndungen. Damit
Tatverdächtige auch verurteilt werden, müssten sie auf frischer Tat
geschnappt werden oder aber Passanten die Tat eindeutig bezeugen können. Die
Täter kämen überwiegend aus Nordafrika, Rumänien oder Bulgarien. Ein
Polizeisprecher rät, die Geldbörse grundsätzlich am Körper zu tragen.
Besondere Vorsicht sei jedoch nicht nur rund um der Haltestelle Brill angesagt, sondern auch auf dem Weihnachtsmarkt, am
Hauptbahnhof und am Schüsselkorb.
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Der Krimi auf
deutschen Bahnhöfen |
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Hamburg 1985: Plötzlich schnappen die
Handschellen zu. Mitten aus der Menge einsteigender Reisender wird im
Hamburger Hauptbahnhof ein Taschendieb verhaftet. Auf frischer Tat. Der
Fahnder steht schon neben dem Rumänen als er in die Handtasche einer Frau
greift…" Das ist der Moment, auf dem wir oft stundenlang hinarbeiten ", sagt
Polizeiobermeister M. ( 38 ), seit 1988 Taschendieb – Fahnder in Hamburg,
beschreibt den typischen Taschendieb: Ein feiger, fingerfertiger, ruhiger
Mensch, der jede direkte Auseinandersetzung scheut Das macht die Arbeit der
Polizei schwierig- und interessant. „ Ein guter Fahnder denkt wie ein guter
Taschendieb ". sagt der Polizeiobermeister. Seine Kunst sei es, sich so zu
verhalten, das der Täter nicht misstrauisch werde. „ Dazu gehört
Einfühlungsvermögen in den Tätertyp und ein gewisser Jagdinstinkt ". Es ist
eine Jagt mit ungleichen Chancen. Das Risiko liegt bei den Dieben – dafür
gehen sie mit einem vielfachen Monatsverdienst der Beamten nach Hause, wenn
Sie erfolgreich sind. Die Zahl der registrierten Taschendiebstähle steigt
jedes Jahr um ein Fünftel an. Die Dunkelziffer liegt bei 60 bis Prozent. Wie arbeiten die Täter? „ Einer führt den
Diebstahl aus, sein Komplize schirmt ihn ab, und die beute wird einem
Dritten übergeben." M und sein Kollege K. fühlen sich in ihrer
Zweimann – Dienststelle überfordert. „ Es werden zu wenig Zivilfahnder
abgestellt." was sie tun, sei eher Verwaltung von Straftaten. Die Akten
stapeln sich. „ Auf der Strecke bleiben der Idealismus und die
Geschädigten." Auch wenn die Polizisten versuchen, „ so oft wie möglich raus
zugehen ". Draußen, das sind die Bahnhöfe mit ihrem Geschäften und
Bahnsteigen. Dort sind an diesem Tag sind M. * und K. * unterwegs. Getarnt
als Reisende, mit Schirm, Aktenkoffer und bunten Windjacken. In diesem Job
ist der Duschschnittsmensch erfolgreich – nicht zu groß und nicht zu markant
– der jederzeit unbemerkt in die Menge untertauchen kann. M. und E.
gehen getrennt durch den Bahnhof, bleiben aber möglichst in Blickkontakt. „
Wenn einer von uns zugreift, muss auch gleich der andere da sein", erklärt
E. Manche Diebe, sagt er, starten gar „Scheinangriffe " auf Opfer, um zu
testen, ob Polizei in der Nähe ist." Wir dürfen aber nur zugreifen, wenn ein
Diebstahl stattgefunden hat, sonst können wir ja nichts beweisen." Wie wird
ein Polizist Taschendieb – Fahnder? „ Aus Interesse. Viele sind zwar nicht
geeignet, weil es ihnen an der nötigen Geduld fehlt. Wer einmal Feuer
gefangen hat, bleibt dabei." „ Ärgerlich ist nur, wenn ausgebildete Fahnder
wegen der Personalknappheit normalen Streifendienst schieben müssen."
Vorbild aller deutschen Taschendieb – Fahnder
ist der 49 jährige Kölner Karl – Heinz A.. der schlanke Mann mit buschigen
Augenbraun, hellen Bart und tiefen Falten auf der Stirn war vor knapp 30
Jahren erster bundesdeutscher Taschendieb – Fahnder überhaupt. Bis heute hat
A. das Jagdfieber nicht mehr losgelassen. Wenn er einen Dieb wittert, dann
„zittert und kribbelt alles bei mir". Doch äußerlich lässt er sich nichts
anmerken. Sogar wenn ein Verdächtiger ihn um Feuer bittet, um die Reaktion
zu testen, bleibt er kalt. „ Erst wenn ich den Dieb festgenommen habe,
bekomme ich nachträglich weiche Knie, tritt mir Schweiß auf die Stirn."
Sorge macht A., dass die Arbeitsweise der Diebe immer brutaler wird: „ Die
Typen sind gewalttätig geworden. Es geht bei kaum einer Festnahme ohne
Widerstand und Körperverletzung ab." Bevorzugte Zielgruppe sind im Moment
ältere Menschen. Die Fingerartisten, die den Fahnder angelächelt haben, wenn
sie erwischt wurden, wissend, dass sie schon ein Dutzend Mal schneller waren
als er, gebe es kaum noch." Früher haben sie das Geld genommen und die Börse
mit allen Papieren so abgelegt, dass sie gefunden werden konnten. Heute wird
sie weggeschmissen." Auch für A. wird die Zeit am Schreibtisch immer mehr. „
Ich bekomme Information über Taschendiebe aus ganz Deutschland". Die werden
gesammelt, und manchmal nach Monaten einen speziellen Dieb zugeordnet zu
werden. „ dann schnappt die Falle zu." Leider sehr selten, wie auch A. weiß.
„ Wir in Köln sind Deutschland einzigste Wache,, an der kontinuierlich
Taschendieb – Fahndung geleistet wird." Die Taschendiebe gehen auf deutschen
Bahnhöfen fast beliebig ein und aus. Auf dem Hamburger Hauptbahnhof
verfolgen E. und M. einen Verdächtigen. Räuber und Gendarm wie in
einem Krimi. Sie beschatten, übernehmen, wenn der Mann die Bahnhofsseite
wechselt, warten was er unternimmt. Eine Viertelstunde dauert das Spiel,
dann ist klar, der Mann traut sich nicht, ahnt vielleicht etwas. da E. ihn
kennt, wird er trotzdem mit auf die Wache genommen. „ Unser wichtigstes
Werkzeug ist das Gedächtnis." Bei der Durchsuchung wird tatsächlich viel
Bargeld bei ihm gefunden. Und er steht im Register der Fahnder – als
gesucht. „ Zur Verurteilung reicht es sicher nicht", sagt M., immerhin kann
er eine Weile keinen Schaden anrichten." Die Taschendieb – Fahndung spielt
sich, genau wie der Taschendiebstahl, im Unsichtbaren ab. „ Wir dürfen nicht
gesehen werden, keinen Augenkontakt haben, sonst sind wir verbrannt." Im
Licht der Öffentlichkeit stehen die Fahnder nur während des kurzen Moments
der Festnahme. „ Dabei werden wir oft beschimpft, warum wir den netten
Herren denn so grob behandeln", erzählt E. „ Die "Opfer" haben meist noch nichts vom Diebstahl
bemerkt."
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